Evangelisch

Mosaik Heidelberg ist eine evangelische Kirche. Was heißt das? Evangelisch bedeutet, dass unsere Gemeinde auf der Grundlage des Evangeliums – der Bibel mit Altem und Neuen Testament – steht. Evangelium heißt die frohe Botschaft, so die wörtliche Übersetzung, dass Jesus Christus auf die Erde gekommen ist und durch sein Leben, sein Sterben und seine Auferstehung ewiges Heil bewirkt hat. Dieses Heil ist jedem Menschen im Glauben zugänglich. .

Bei der Bezeichnung evangelisch geht es zunächst um diese beiden Dinge: Die Kirche ist die Gemeinschaft der Leute, die die frohe Botschaft von Jesus glauben und diesen Glauben gemeinsam im Leben umsetzen wollen. Ausschlaggebend dafür ist die Bibel, in deren Mittelpunkt das Evangelium steht.

Aber ist das nicht bei jeder Gemeinde der Fall? In der Kirchengeschichte gab es immer Strömungen, die anderen Quellen als nun dem Evangelium Bedeutung schenkten. In der katholischen Kirche ist es zum Beispiel so, dass neben der Bibel als Heiliger Schrift auch die Kirche und die kirchliche Tradition als gleichberechtigte Autoritäten gelten. Zudem spielen neben dem dreieinigen Gott auch die Verehrung von Heiligen eine wichtige Rolle und Maria wird in besonderer Weise verehrt.

Bestimmte Lehren der katholischen Kirche (der bis dahin in Europa einzigen Kirche), die über den Inhalt des Evangeliums hinausgingen, führten im 16. Jahrhundert zur Bildung der evangelischen Kirchen. Der deutsche Reformator Martin Luther und viele Gleichgesinnte in ganz Europa begannen, die Bibel wieder ganz in den Mittelpunkt zu stellen und allein in ihr Glaubenswahrheit zu suchen. Sie räumten mit der Lehre auf, dass nur gebildete, geweihte Priester und Bischöfe den Zugang zu dieser Wahrheit hätten. Man spricht vom “Priestertum aller Gläubigen” (siehe 1. Petr), das heißt, dass alle Gemeindemitglieder, unabhängig vom Amt, gleichgestellt sind und es keine besondere Weihe braucht, um im Gottesdienst mitzuwirken oder anderen die Vergebung der Sünden zuzusprechen. Betont wurde auch, dass die Institution der Kirche nicht das Heil vermitteln darf, sondern dass jeder Mensch das Heil im Glauben von Gott empfangen kann. Kein Mensch kann sich die Erlösung in irgendeiner Weise verdienen. Es ist ein Geschenk von Gott allein aus Gnade, das heißt aus freien Stücken und ohne, dass wir Menschen etwas dazu beitragen können. Im Mittelpunkt des Glaubens steht allein Jesus Christus, der als Sohn Gottes der Mittler zwischen Gott und den Menschen ist. Heilige (d. h. herausragende Personen aus der Kirchengeschichte) und auch andere biblische Personen können als Glaubensvorbild dienen, haben aber keine vermittelnde Aufgabe in der Beziehung zu Gott.

Neben den Landeskirchen in Deutschland, die direkt auf Luther zurückgehen, gibt es heute ein Vielzahl von Kirchen weltweit, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, sich aber als evangelische Kirchen im oben beschriebenen Sinn verstehen. Dazu gehören viele Freikirchen, die sich gemeinsam organisieren (wie z.B. die Baptisten) oder auch unabhängige Gemeinde – wie wir als Mosaik in Heidelberg.